Machbarkeitsstudie Schlehen:

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersucht der Landschaftspflegeverband Rhön-Grabfeld, wie Schlehen aus der regionalen Landschaftspflege sinnvoll genutzt und neue Wertschöpfungsmöglichkeiten geschaffen werden können. Bislang wird anfallendes Schlehenschnittgut häufig vor Ort verbrannt oder entsorgt. Dabei eignet sich das dornige und langlebige Reisig besonders gut als Füllmaterial für Gradierwerke.

GIS-Auswertungen und Geländeerhebungen ergaben für den Landkreis Rhön-Grabfeld eine geschätzte Schlehenfläche von rund 600 Hektar. Praktische Schneide- und Bündelversuche zeigten zudem, dass sich geeignete Reisigbündel mit einer Bündelmaschine direkt vor Ort herstellen lassen.

Ein Schwerpunkt der Studie lag auf der Wirtschaftlichkeit. Die kalkulierten Vollkosten eines regional hergestellten Bündels liegen bei etwa 24–26 Euro. Besonders interessant ist die Verknüpfung mit ohnehin stattfindenden Landschaftspflegemaßnahmen: Werden Schnitt, Personal, Geräte und Logistik gemeinsam genutzt, können Synergieeffekte entstehen und zusätzliche Kosten reduziert werden.

Ergänzend wurde untersucht, ob auch die Schlehenbeeren regional verwertet werden können. Eine großflächige manuelle Beerenernte ist aufgrund des hohen Arbeitsaufwands nicht wirtschaftlich. Als ergänzende Nutzung für hochwertige regionale Produkte kann sie jedoch interessant sein.

Die Studie zeigt damit Möglichkeiten auf, Landschaftspflege, regionale Wertschöpfung und den Erhalt wertvoller Lebensräume miteinander zu verbinden.